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PSORIATISCHE ARTHRITIS
Psoriatische Arthropathie

Als psoriatische Arthritis wird eine Gelenkentzündung bezeichnet, die von der Schuppenflechte verursacht wird. Es handelt sich also um eine psoriatische Arthropathie (= Gelenkerkrankung).

Was ist Psoriasis?

Die Psoriasis (Schuppenf lechte) ist eine Hauterkrankung, die vor allem bei hellhäutigen Menschen häufig vorkommt. Die Morbidität (= Häufigkeit) in Europa liegt bei 1-2% (nach Pschyrembel, 258. Auflage). Sie ist vererblich, wobei hier viele verschiedene genetische Faktoren zusammenspielen (= polygene Vererbung). Ihre Auslösung kann von vielen Faktoren abhängen (= multifaktorielle Vererbung), und tritt, wenn die Familienanamnese positiv ist (d.h. in der Familie noch weitere Fälle von Schuppenflechte bekannt sind) meistens erstmalig im 2. Lebensjahrzehnt auf, bei negativer Familienanamnese ist ein erstes Auftreten nach dem 50. Lebensjahr typisch.

Auslösende Faktoren können fieberhafte Infekte (Angina, Masern u.a.), HIV-Infektionen, Verletzungen, Schwangerschaft, bestimmte Arzneimittel, Streß u.a. sein.

Es kommt zu einer überstürzten Epidermisbildung (= stark beschleunigte Bildung von Hautzellen), die sich als scharf begrenzte, erythematöse (= rötliche), mit silberweißen Schuppen bedeckte Hautveränderungen zeigen. Die Herde jucken manchmal können von Größe und Gestalt her stark variieren. Sie treten gehäuft an El len bogen, Kn ie, Kreuzbeingegend und behaarten Kop f auf, beim Kratzen treten die Schuppen deutlich hervor (nach Pschyrembel, 258. Auflage).

Was ist eine psoriatische Arthritis ?

Im Rahmen der oben beschriebenen Schuppenflechte kommt es bei 10% der Patienten zu einer Gelenkbeteiligung bzw. Gelenkerkrankung. Die Gelen ke schwellen an und schmerzen. Die psoriatische Arthritis ähnelt der rheumatischen Arthritis. Therapien und Tipps für Rheumakranke gelten deshalb auch für Psoriatiker mit Gelenkbeteiligung.Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen, die meisten Erkrankungen treten zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. In manchen Fällen ist nur ein Gelen k befallen, oft jedoch mehrere Gelen ke. Der Befall der Gelen ke kann asymetrisch, unregelmäßig sein, typisch ist aber auch ein strahlenartiger Befall von Finger und Zehengelen ken, auch das Kiefergelen k, Sternoklavikulargelen k (= Gelen k zwischen Brus tbein und Schl üsselbein) und das Iliosakralgelen k (= Gelen k zwischen Stei ßbein und Beckenschau fel) können betroffen sein. Die Beteiligung des Iliosakra lgelenkesäußert sich durch einen tiefen Kreuzschmerz, der vor allem frühmorgens auftritt, so daß man davon oft wach wird. Er bessert sich erst mehrere Stunden nach dem Aufstehen. Im Laufe der Zeit kann auch die Wir belsäule morgens für 2-3 Stunden steif werden, später wird sie unbeweglicher. Die Symptome kommen schubartig und mit Unterbrechungen. Es können über mehrere Wochen Gelenkschmerzen auftreten, danach sind wieder symptomfreie Intervalle von mehreren Jahren möglich. Auch ein Wechsel der befallen Gelen ke ist nicht ungewöhnlich.

Begleitend können Parasyndesmophyten (= Verknöcherungen im Gewebe um die Wirbelkörper herum, die keine Verbindung zu den Wirbelkörpern haben) sowie Insertionstendopathien (= entzündliche oder degenerative Veränderungen der Sehnenansä tze und Ursprünge) auftreten. Bei Befall der Fingergelen ke kommt es oft zu Beteiligung der Fingernägel, sogenannte Tüpfelnägel (stecknadelgroße, napfförmige Einziehungen) oder Ölflecken (umschriebene, gelbliche Verfärbungen des Nagelbettes durch Hautveränderungen unter dem Fingernagel). In 5% der Fälle können Arthritiden auch vor der Hautbeteiligung der Psoriasis ausbrechen (nach Greten, Schettler, Innere Medizin).

Diagnose der psoriatische n Arthritis (psoriatische Arthropathie):

Eine typische Krankheitserscheinung der psoriatische n Arthritis ist die Daktylitis. Dabei liegt eine Schwellung nicht nur einzelner Gelenke, sondern eines ganzen Fingers ("Wurstfinger") oder einer ganzen Zehe ("Wurstzehe") vor. In Verbindung mit typischen Nagelveränderungen erlaubt die Daktyl itis bereits eine entsprechende Blickdiagnose.

Im Frühstadium ist eine psoriatische Arthritis schwer nachweisbar und kann leicht mit anderen Gelenkerkrankungen verwechselt werden. Es gibt verschiedene Gelenkkrankheit en, die im Frühstadium ähnliche Symptome aufweisen wie die psoriatische Arthritis, zum Beispiel rheumatoide Arthritis oder Arthrose (Gelenkabnutzung). In 10% der Fälle verläuft die Erkrankung sehr aggressiv und kann innerhalb eines halben Jahres ein Gelen k komplett zerstören, wenn nicht frühzeitig und richtig behandelt wird.

Bei Blutuntersuchungen der Patientenmit einer psoriatische n Arthritis können verschiedene so genannte Entzündungsparameter bestimmt werden (weiße Blutkörperchen, CRP (C-reak tives Protein), BSG (Blut-Senkungs-Geschwindigkeit)), die bei der psoriatische n Arthritis aber sehr oft keine entscheidende Aussagekraft haben. Entscheidend für die Diagnosestellung ist eine genaue Anamneseerhebung (= Erhebung der Vorgeschichte). Ist bei dem Patienten eine Psoriasis bekannt, kann das Auftreten von Gelenkschmerzen die Diagnosefindung schnell in die richtige Richtung leiten. Es gibt auch verschiedene im Blut nachweisbare Faktoren, die bei der Schuppenflechte übermäßig häufig positiv ausfallen. Der wichtigste dieser Faktoren heißt HLA-B27 (Ein Protein auf der Oberfläche von fast allen menschlichen Zellen, besonders gut auf weißen Blutkörperchen nachweisbar), er ist bei psoriatische n Arthritis mit Befall der Iliosakralgelenk e sowie bei Spondylitis (Wirbelsäulenentzündung) in 70% der Fälle positiv. Die Röntgen-Untersuchung der betroffenen Gelen ke kann die im Frühstadium auftretenden Knorpelveränderungen der Gelen ke meist nicht nachweisen. Veränderungen lassen sich oft erst im Spätstadium erkennen.

Eine besser geeignete Methode zum Nachweis der psoriatische n Arthritis ist die Szintigraphie. Dabei wird eine schwach radioaktive Substanz gespritzt, die sich an den entzündeten Knoc hen besonders deutlich ablagert. Mit einer speziellen Kamera werden die Gelen ke dann fotografiert. En tzündungen lassen sich schon nachweisen, wenn noch keine Schmerzen auftreten. Die radioaktiver Belastung des Patienten ist dabei nicht wesentlich größer als bei einer normalen Röntgen-Aufnahme der Wir belsäule.

Die Ultraschall-Untersuchung der Gelen ke bringt in den meisten Fällen nur unspezifische Ergebnisse; oft läßt sich eine Verdickung der Gelenkinenhaut erkennen, Rückschlüsse über die Ursache der Verdickung sind aber nicht möglich.

Die Kernspintomographie (MRT) ist eine andere, sehr genaue Methode zum Nachweis von Gelen kveränderungen, bei der keine Röntgenstrahlung eingesetzt wird, sondern ein Magnetfeld. der Patient bekommt eine Kontrastflüssigkeit gespritzt, die sich in Gelenkentzündungen ablagert.

Therapie der psoriatische n Arthritis (psoriatische Arthropathie):

Wie oben bereits erwähnt, ähnelt die Therapie der psoriatische n Arthritis der Therapie der rheuma toiden Arthritis. Je früher die Gelenkerkrankung erkannt und behandelt wird, desto länger kann man hinauszögern, daß sie sich verschlimmert.

Eine wichtige Rolle in der Therapie der psoriatische n Arthritis (psoriatische Arthropathie) nehmen die täglichen krankengymnastischen Übungen sowie Reha-Maßnahmen ein. Eine Schonung der Gelen ke ist nicht zu empfehlen, eine maßvolle Bewegung der entzündeten Gelen ke hält diese länger beweglich und lindert die Schmerzen. Fango, Moorbäder und die Kryotherapie (Therapie in der Kältekammer) können, meistens zeitlich begrenzt, die Gelen kfunktion verbessern und die Schmerzen lindern.

Daneben ist die medikamentöse Therapie die zweite wichtige Säule. Nach Beginn einer medikamentösen Therapie vergehen meistens mindestens 2 Monate, bevor eine Besserung eintritt und oft müssen diese Medikamente lebenslang eingenommen werden. Bei der psoriatische n Arthritis (psoriatische Arthropathie) gibt es aber symptomfreie Intervalle, die über mehrere Jahre andauern können und in denen, wenn keine Knoc hen angegriffen sind, die Medikamente dann ausgesetzt werden können. Medikamente reduzieren die Schmerzen, allerdings gib es kein Medikament, welches die psoriatische Arthritis definitiv heilt.

Die Therapie wird mit nichtsteroidalen Antirheumatika begonnen. Das sind Medikamente wie Diclofenac und Ibuprofen, die aber nicht von allen Patienten vertragen werden. Hauptnebenwirkung sind Magenprobleme. Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib oder Etoricoxib, allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.

Oft müssen aber stärkere Wirkstoffe eingesetzt werden. Am häufigsten wird hier als Basismedikament MTX® (Methotrexat) eingesetzt. Es ist gut wirksam, relativ billig und ernsthafte Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Regelmäßige Blutbildkontrollen sind allerdings von Nöten.
Nach einer Mitteilung der Ärzte-Zeitung vom 18.10.05 kann die zusätzliche Therapie mit Ciclosporin A bei Patienten mit psoriatische Arthritis (psoriatische Arthropathie), die auf Methotrexat (MTX) allein nicht genug ansprechen, die Gelenksentzündung bremsen. Gleichzeitig wird bei insgesamt guter Verträglichkeit der Hautbefund verbessert.

Weitere Medikamente sind Retinoide, Fumarate und Ciclosporin (Sandimmun®). Ciclosporin wird allerdings nur verschrieben, wenn die anderen Medikamente nicht wirken.
Ein wirksames Medikament gegen die psoriatische Arthritis ist auch Adalimumab (HUMIRA®) - Produktinformation: www.presseportal.de/story.htx?nr=712782

Kortison wird bei der psoriatische n Arthritis nur in sehr schweren Fällen eingesetzt. Meist wird es direkt in das befallene Gelen k gespritzt, maximal 4 Anwendungen pro Jahr werden empfohlen.

Neuere Wirkstoffe aus der Biotechnologie wie der TNFa-Blocker Enbrel® oder der Wirksoff Etanercept werden wegen der hohen Kosten nur selten eingesetzt.

Einen völlig anderen Weg geht die Radiosynoviorthese (RSO). Dabei wird Radioaktivität in niedriger Dosierung ins Gelen k injiziert, um die Gelenksentzündung zu „zerstrahlen“. Die entzündete Gelen kschleimhaut wird „verschorft“, wandelt sich in Bindegewebe um und die Schwellung verschwindet. Allerdings kann diese Methode nur eingesetzt werden, wenn nur wenige Gelen ke betroffen sind.

Auch Naturmittel wie Theraflax® werden eingesetzt, allerdings haben nur ca. 40% der Patienten, bei denen das Medikament eingesetzt wurde, davon profitiert. Weihrauchhaltige Medikamente wie H15 Gufic® zeigen bei vielen Patienten Erfolge.

Als therapiebegeitende Maßnahme werden verschiedene Ernährungsempfehlungen ausgegeben. Welche “Rheumadiät“ für welchen Patienten die geeignete ist, sollte individuell für jeden Patienten in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden. Auch übermäßiger Alkohol und Zigarettenkonsum steht im Verdacht, den Verlauf dieser Arthri is zu verschlechtern (nach www.GesundheitPro.de, Marlon Getschmann).

Spezielle Schmerztherapie:

Persistierende (= trotz Basisbehandlung verbleibende) Beschwerden / Schmerzen sind bei der psoriatische n Arthritis (psoriatische Arthropathie) leider oftmals sehr hartnäckig und geben dann Anlaß zu einer speziellen Schmerztherapie.

Sehr bewährt hat sich die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel), insbesondere in Form von kontinuierlichen Nervenblockaden mittels eingepflanztem Katheter. Eine wichtige Nebenwirkung dieser Therapie ist eine begleitende Symphatikolyse (= Erweiterung der Blutgefäße), denn unter einer guten Durchblutung heilen entzündliche Prozesse sicher ab.

Daß örtliche Betäubungsmittel auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.

Methodenbeschreibung "Kontinuierliche (repetitive) Nervenblockaden mit Katheter":

  1. Nervus femoralis (vorderer Oberschenkelnerv): Bei dieser Methode suchen wir von der Vorderseite des Oberschenkels her, handbreit unterhalb des Leistenbandes mit einer Kanüle in der Tiefe den Oberschenkelnerv auf und legen in die Nervenscheide (Gewebsumhüllung des Nerven) einen dünnen Kunststoffschlauch (Katheter) ein. In den nächsten 2-3 Wochen spritzen wir dann mehrmals täglich eine verdünnte örtliche Betäubungsmittellösung ein. Dabei wählen wir die Konzentration des Wirkstoffes so, daß die grobe Kraft und damit die Beweglichkeit erhalten bleibt, aber die Schmerzempfindlichkeit deutlich herabgesetzt oder gar aufgehoben ist.
    Anwendungsbereiche
    : Kniegelenkschmerzen und teilweise Sprunggelenkschmerzen

  2. Gegen Hüftgelenksschmerzen kann vorgenannte Methode verändert angewendet werden (der sog. 3 in 1-Block oder die Pl exus lumbal is-Blockade): Wenn man die Menge der örtlichen Betäubungsmittellösung erhöht (ca. 25-35 ml) und während des Einspritzens den Oberschen kel abstaut, wird die Wirkstofflösung nach oben getrieben (innerhalb der Nervenscheide) und betäubt weitere Ner ven, die die genannten Körpergebiete versorgen.

  3. N. ischiadicus: Bei dieser Methode suchen wir von der Oberschenkelrückseite her, handbreit unter dem Gesä ß, den Ischiasnerv in der Tiefe mit einer Kanüle auf und legen einen dünnen Kunststoffschlauch in die zugehörige Nervenscheide (Gewebsumhüllung) ein. In den folgenden 2-3 Wochen wird dann in diesen Schlauch mehrmals täglich eine verdünnte, örtliche Betäubungsmittellösung (Lokalanästhetikum) eingespritzt. Je nach Wirkstoffkonzentration kommt es dann im Versorgungsgebiet des Nerven zu einer Verminderung der Schmerzempfindlichkeit bis hin zur Schmerzfreiheit.
    Anwendungsbereiche:
    Fußgelen ke.

  4. Plexus brachialis: Die Einpflanzung des Katheters erfolgt nahe der Achselhöhle am inneren Obera rm oder im seitlichen unteren Halsbereich (der sog. interskalenäre Zugang).
    Anwendungsbereiche: Ellbogenschmerzen und Handgelenksschmerzen, auch
    Fingerschmerzen, in der sog. retrograd hohen Variante oder beim interskalenären (= zwischen den Ansätzen des tiefen Halsmuskels) Zugang auch Schultergelenkschmerzen.

  5. Gegen schmerzhafte Ilisakralgelen ke im Rahmen einer psoriatische n Arthritis hilft auch die wiederholte kaudale Blockade.

Die Behandlung der Grundkrankheit (Psoriasis) erfolgt dann in Zusammenarbeit mit der Fachklinik für Hautkrankheiten Sanaderm, die von uns nur 1 km entfernt ist.

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Ly me-Arthritis, Arthritis u rica, infektiöse Arthritis, eitrige Arthritis, infektreaktive Arthritis, virale Arthritis, rheumatoide Arthritis, Monoarthritis

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Aktualisiert: >30.07.2008</> kusb&
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